Hybris

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„Ich möchte am janukke MKAL mitstricken“, schrieb eine andere Forenbenutzerin auf Ravelry als Ziel im MMM-Thread. Damit hat es angefangen. Ich so: Oh, ein neuer janukke-MKAL? Der letzte hat Spaß gemacht und das Morning Hours-Tuch ist wirklich sehr schön geworden. Und als ich dann gelesen hatte, dass der MKAL auch mit Socken- und Lacegarnresten bestritten werden kann, war ich an Bord – wenn ich was habe, dann sind es Sockenwollreste. Insbesondere seit ich mich von den Hexipuffs verabschiedet habe und die Sockenwollreste damit quasi arbeitslos geworden sind.

Wie ich von dem Westknits-MKAL (Ravelry-Link) erfahren habe, kann ich gar nicht mehr nachvollziehen. Ich glaube, ich bin darüber gestolpert, als ich etwas im Dotted Rays Muster nachschauen wollte, das ich ja auch meinem Zettel habe, um die PondeRosa-Wolle vom Hamburger Wollfest zu verarbeiten. Ich so: Oh, noch ein MKAL. Parallel zu dem von janukke. Tücher kann man ja immer gebrauchen. Aber ich hab da gar kein Garn für. Und wenn ich so meine Strickzeit der letzten Monate rekapituliere wär’s grob unvernünftig. Hmmm.

Das mit dem Garn kann man ja ändern. Ich habe eine Nacht darüber geschlafen und am nächsten Morgen früh um sieben bei Tausendschön bestellt. Und die Wollmeisenreste für den janukke-MKAL zusammengesucht. Ich werde jetzt im Oktober an zwei Tuch-MKALs teilnehmen. Lineares von janukke und Building Blocks von westknits. Ich bin gespannt, wie es ausgeht.

Time to say Goodbye


Einer der Vorsätze für dieses Jahr war, eine Entscheidung zu treffen, wie es mit dem Beekeepers Quilt weitergehen soll. Begonnen habe ich dieses Projekt mit großer Begeisterung im November 2013. Habe ein paar von den kleinen fluffigen Sechsecken gestrickt. Habe nach fünfundzwanzig Stück die Lust verloren, als mir nach und nach klar wurde, dass es ungefähr ewig dauern würde, die knapp über tausend Hexipuffs für eine Decke der gewünschten Größe zu stricken. Und dann lag das Projekt rum. Bis zum guten Vorsatz Anfang dieses Jahres. Ich habe beschlossen, weiterzumachen, und jeden Monat sechs Stück zu stricken – zwei für jeden Tag, an dem eine Sechs im Datum vorkommt. Mehr waren jederzeit erlaubt, und mehr wurden es zur Fußball-EM, wo ich pro Halbzeit plus die Analyseschwafelviertelstunde danach ein Sechseck geschafft habe. Da musste ich mich aber auch ranhalten – allzu viele Griffe in die Chipstüte oder gebanntes Verharren angesichts eines Spielzuges waren nicht drin. Allerdings war nach der EM wieder sowas von die Luft raus aus dem Projekt und ich habe seitdem nicht mal die anvisierten sechs pro Monat geschafft, sondern lediglich einen. Ü-ber-haupt keine Lust hatte ich.  

Sechs pro Monat – in diesem Tempo hätte ich hundertzweiundsechzigeinhalb Monate gebraucht, um tausend Stück zusammen zu haben. Dreizehn Jahre und neuneinhalb Monate. Ich wäre also ungefähr an meinem 57. Geburtstag fertig gewesen (mit dem Stricken, nicht mit dem Zusammennähen) Alternativ habe ich grob überschlagen, wie viel Strickzeit mir durchschnittlich zu Verfügung steht und wie lange ich brauchen würde, wenn ich meine komplette Zeit nur noch in dieses Projekt stecken würde, und kam auf vierzehn Monate. Schon überschaubarer. Allerdings könnte ich aus dem Stand fünf Strickstücke aufzählen, die ich lieber haben wollte als eine Tagesdecke aus Sechsecken. 

Ich habe mich also entschieden, das Projekt zu beenden, und habe auf Ravelry nach Abnehmern für die zweiundachtzig Hexipuffs gesucht. Vielleicht braucht ja jemand, der selber an dieser Decke arbeitet, einen kleinen Motivationsschub? Und natürlich bekam ich einen großartigen Tipp, das ist einfach einer der Gründe, warum ich dieses Forum so mag. Jo vom Shinybees-Podcast (den ich noch nicht kenne, aber das wird sich in den nächsten Tagen ändern) hat mit der Handfärberin Countess Ablaze eine Charity-Aktion ins Leben gerufen: sie werden Hexipuffs sammeln und zu Decken verarbeiten und diese dann in einer Tombola verlosen. Den Erlös spenden sie an eine wohltätige Organisation, die obdachlose und anderweitig bedürftige Frauen mit Hygieneartikeln versorgt. Ich finde das eine sehr gute Idee und habe heute kurzentschlossen ein Päckchen gepackt und direkt zur Post getragen, bevor ich es mir wieder anders überlege. Ich fühle mich befreit und werde die Aktion weiter verfolgen. Ich bin gespannt, wie viele Sechsecke die Mädels zusammenkriegen und hoffe, ich sehe nachher ein Foto der fertigen Decke.

Martha

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Was lange währt, wird endlich fertig:
Schnitt: Martha vom Milchmonster
Stoff: Jersey, wieder mal aus dem wunderbaren Sortiment von Traumbeere

Eigentlich wollte ich spätestens Ostern damit angefangen haben, aber mein Unterbewusstsein wollte das Teil wohl lieber mit der Overlock nähen. Das ging auch wirklich super. Der Schnitt ist toll und bietet unheimlich viel Spielraum für Variationen – Martha wird bestimmt noch einige Schwestern bekommen.

Die letzten zweieinhalb Monate in zehn Minuten …

Ich habe seit Mai einen neuen Job. Festanstellung, Vollzeit. Manchmal sehr volle Vollzeit. Ich bin abends meist recht platt und handarbeite zur Zeit wenig, und nach 40+x Stunden vor dem Bildschirm habe ich auch nur noch wenig Antrieb, mich zum bloggen hinzusetzen. Außerdem wird’s hier im Sommer ja ohnehin weniger, da bin ich eher draußen. Und jetzt gibt es auch noch Pokémon Go, herrje, das hat mich ja voll erwischt. Drüben auf Ravelry bin ich noch recht aktiv, wenn man es als „aktiv“ gelten lässt, dass ich durch meine Lieblingsforen gucke und Herzchen verteile. Na gut, und ich pflege meine Projekte und melde mich brav jeden Monat in der Podcasting auf deutsch-Gruppe zum MMM Check-In (MMM wie „Motivation, Meilensteine, Mottomonate“). Und staune, was dann über den Monat doch zusammengekommen ist, obwohl ich eigentlich nicht das Gefühl hatte, irgendwas geschafft zu haben.

05-07_Mai

Ich habe im Mai aus der Angora Pure von Seidenhase, die ich im Oktober in Vaterstetten gekauft habe, ein weiteres Sonnenfeuer angeschlagen. Da bin ich auch noch bei, die erste Hälfte ist fast fertig. Außerdem hatte ich mir vorgenommen, vor der Tour de Fleece die GOTS-Merino von der Stockumer Wollwerkstatt endlich vom Rad zu kriegen. Die war da nämlich seit Januar 2015 drauf und so langsam wollte ich mal was anderes sehen. Ich hab also ordentlich ins Pedal getreten …

05-07_Juni

… und im Juni war dann alles versponnen. 250g, irgendwo zwischen Fingering und Sport Weight. Und außerdem war Fußball-EM, da habe ich jede Menge Hexipuffs für den Beekeepers Quilt gestrickt. Die eignen sich nämlich hervorragend als Nebenbei-Projekt, und wenn ich mich ranhalte, schaffe ich pro Halbzeit eines. Und ich habe viele Spiele gesehen. Jetzt ist auch erstmal wieder gut mit Fußball. Und mit Hexipuffs. Ich glaube, seit der EM ist ein einziger fertig geworden. Eine Projekttasche hab ich noch genäht, weil die Angorawolle zum Mitnehmen eine nettere Aufbewahrung verdient als eine Plastiktüte und weil ich endlich was mit meinem tollen Oktopusstoff machen wollte, den ich schon seit Jahren bunkere. Einen halben Meter davon, um genau zu sein. Große Couture wird da eh nicht draus.

05-07_Juli

Im Juli war ich dann wieder etwas produktiver. Ich habe 110g Merino-Seidenmischung versponnen, das fertige Garn hat etwa 260m und könnte zum Beispiel eine Mütze werden. Dann habe ich nach dieser Anleitung aus Denim-Resten und einem Schlüsselband eine Handytasche zum Umhängen genäht. So etwas brauchte ich eigentlich seit Jahren immer dann, wenn ich im Sommer nichts mit Taschen anhatte, um das hörbuchabspielende Gerät zu verstauen. Die früheren Geräte konnte ich zur Not leidlich in den BH stopfen, musste aber auch da bei jeder Bewegung aufpassen, und seit dem iPhone 6 geht das nicht mehr. Ich könnte natürlich die Oberarmtasche, die ich auch zum Laufen verwende, nehmen, ich mag aber nicht über Stunden etwas an den Arm geschnallt haben. Und um dann mal etwas völlig anderes zu machen, habe ich mich im Kurs „Sketchbook Explorations“ auf creativebug eingeschrieben. Die erste Episode mit Wasserfarben und Fineliner war am Sonntag sehr entspannend. Ich würde eigentlich morgen gern die nächste machen. Eigentlich. Denn ein neuer regelmäßiger Job geht auch mit neuem regelmäßigen Gehalt einher. Ich habe die Tage den Sparstrumpf auf links gezogen und meinen Maschinenpark um ein Kromski Sonata und eine Bernina 1150 MDA erweitert. Jetzt rohrkrepiert meine Wochenendplanung an akuter Optionsparalyse. Selber schuld.

Morning Hours

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So. Bevor jetzt auch noch der Mai verstreicht, ohne dass ich hier im Blog ein Lebenszeichen von mir gebe, zeige ich euch zumindest das fertige Stück aus dem Morning Hours Mystery KAL von janukke. Streng genommen ist es schon im April fertig geworden, und dank des hier im Norden eher mistigen Wetters bin ich sogar noch dazu gekommen, es zu tragen. Die Anleitung bestand aus drei Hinweisen, einer für den „Körper“ in dem Strukturmuster, einer für die „Melonenborte“ – das, was da so nach Zopf aussieht. Das ist gar kein Zopf, sondern eine interessante Technik, bei der einzelne Maschen nacheinander über andere gezogen werden und nicht einfach verkreuzt, das Ergebnis ist flacher und hat in der Mitte diese Hebemaschenoptik. Ich finde das sehr schön und tu mir das mal für eigene Entwürfe in den Hinterkopf. Und der dritte Hinweis war dann nur noch die iCord-Abschlusskante drumherum, die etwa hundert Jahre dauert, aber einen sehr schönen, sauberen Abschluss bildet und unter der man alle Fadenwechsel hervorragend verstecken kann. Insgesamt gefällt es mir sehr. Ich habe nicht das in der Anleitung vorgeschlagene und auch als Kit zum KAL-Start erhältliche Garn von Frida Fuchs verwendet, sondern die Geilsk Bomuld og Uld, aus der ich vor zwei Jahren ein Trekantsområdet gestrickt habe (das blau im Tuch ist sogar ein Rest davon, ich habe jetzt also das perfekt passende Tuch zum Oberteil!), außerdem hab ich aus diesem Garn seit 2012 noch den neverending Livstykketrøje in Arbeit. Eins meiner Ziele für dieses Jahr ist ja erwähntermaßen die Aufarbeitung von „Altlasten“, was eigentlich ein fürchterlich negativer Begriff für dieses zauberhafte Strickjäckchen ist. Und nachdem ich mit diesem wirklich tollen Garn gearbeitet habe, habe ich auch wirklich wieder Lust dazu. Und es fehlen ja auch nur noch die Ärmel. Go, Julia, go!

Frau Marlene

FrauMarlene

Nur ganz kurz: Fertig! :)
Schnitt: FrauMarlene von schnittreif
Stoff: Jersey von Traumbeere

m11-fuerMarthaEigentlich wollte ich dort nur Stoff nachbestellen. Ich habe auf dem Stoffmarkt Holland im letzten Jahr den großgeblümten Jersey auf dem Bild mitgenommen, ohne konkrete Idee, was aus ihm einmal werden sollte. Ich habe mich entschieden, dass ich daraus eine Martha vom Milchmonster nähen möchte, dafür brauchte ich aber noch einen zweiten Stoff. Also habe ich die Variante mit den kleinen Blümchen dazubestellt. Und damit die sich im Paket so ganz allein nicht langweilt, damit sich die Versandkosten lohnen und weil ich spontan verliebt war, sind die Füchse noch mit ins hineingeraten. Die hab ich dann aber wenigstens unmittelbar verarbeitet.

Und was Martha angeht, werde mich vielleicht schon über die Osterntage mal ans Werk machen. Vorausgesetzt, ich kann mich dazu aufraffen, den aus gefühlt siebenundachtzig A4-Seiten bestehenden Papierschnitt auszudrucken und zusammenzukleben.

iPad-Sitzsack

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Ich habe momentan wieder ein Netflix-Abo. Da ich grad ein bisschen mehr Zeit habe als sonst, habe ich es wieder aktiviert und mich durch Unbreakable Kimmy Schmidt (wunderbar) und Jessica Jones (nunja, aber als grundsätzlich Marvel-begeistert muss ich wohl) geschaut, und nun habe ich Lilyhammer (sehr unterhaltsam!) begonnen.

Ich habe zwar einen Chromecast, um auf dem Fernseher schauen zu können, aber besonders gern schaue ich auf dem iPad im Bett oder auf dem Liegesessel des Mannes (wenn ich schneller bin als er). Das erfordert allerdings zusätzliches Equipment. Bisher habe ich mir eine Nackenrolle auf die Schienbeine gelegt und das iPad daran angelehnt, wobei meine Kniescheiben das Umfallen verhindern sollten, aber das hat eher mäßig funktioniert. Entweder ist es bei der kleinsten Bewegung doch weggerutscht, oder mir ist irgendein Körperteil eingeschlafen. Nun werden sich einige vielleicht fragen, warum ich nicht einfach die Beine anwinkle und das Tablet ganz gemütlich auf die Oberschenkel lege. Ganz einfach: weil da ja noch irgendwie das Strickzeug hin muss.

Gefragt war also ein iPad-Ständer, der auf unebener Oberfläche (Beine, Woll- oder Bettdecke) funktioniert. Eine Art Sitzsack, den man passend knautschen kann. Meine erste Anlaufstelle für sowas ist in letzter Zeit Pinterest, und da wurde ich auch recht schnell fündig. Dies ist die Anleitung, die ich verwendet habe, den schwarzen Denim hatte ich noch im Vorrat, und da ich den Knopf irgendwie trutschig fand, habe ich die umgeschlagene Ecke unter einem Patch versteckt (ein Stück Baumwollstoff, Volumenvlies und T-Shirt-Transferfolie). Das Aufnähen von Hand war ein bisschen mühsam, aber eigentlich ganz meditativ. Das mit den Ecken kriege ich vielleicht irgendwann mal hin. Die Füllung besteht aus Füllwatte und Milchreis, der Boden wird theoretisch von einem Stück Pappe stabilisiert, ich weiß nicht, ob ich das theoretisch nicht auch hätte weglassen können. Vielleicht nähe ich ja noch einen zweiten, dann probiere ich das mal aus. Und dann würde ich wohl auch die Größe anpassen. Die Anleitung ist von 2012, da waren die iPads noch kleiner als heute …

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840 Perlen und 111 Korken

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Es fehlte noch ein Foto des fertigen Jeweled Cowl. Hier ist es. Gestrickt aus Cascade Alpaca Lace mit 4,5er Nadeln nach einer freien Anleitung von Sachiko Uemura (Link führt zu Ravelry). Damit ist das erste Langzeit-UFO abgeschlossen. Das nächste – die Socken – geht auch voran.

Dann habe ich eine weitere Idee von der langen Bank gezerrt, geweckt, abgestaubt und umgesetzt:

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Seit Jaaahren sammle ich Korken, um sie zu einer Pinnwand zu verarbeiten. Ohne eine wirklich konkrete Idee. Ich habe mich letztlich entschieden, die Korken der Länge nach zu halbieren und mit Holzleim auf die Rückwand eines Ribba-Bilderrahmens von IKEA zu kleben. Von der Verwendung der Heißklebepistole wurde mir abgeraten, also habe ich das gar nicht erst versucht. Holzleim war im Haus, den habe ich ausprobiert, und da er gut gehalten hat, bin ich dabei geblieben. Dabei habe ich ringsum die ca. 5 mm frei gelassen, die hinter dem Holz verschwinden – die Beschnittzugabe des Bildes, wenn man so will – und diesen Teil mit einigen Streifen dicker Pappe beklebt, um das Fehlen von Glas und Passepartout auszugleichen. Es wäre im Nachhinein auch eine Möglichkeit gewesen, eine stärkere Holzplatte statt der zum Rahmen gehörenden Rückwand zu verwenden, weil die allein doch etwas wobbelig ist, aber ich drücke die Pins ja nicht mit Gewalt hinein. Bei kleineren Formaten wobbelt’s vielleicht auch weniger. Aber ich wollte ja 50 x 50. Wenn schon, denn schon!

Eigentlich sollte der Abschluss des Faseradventskalenders einen eigenen Eintrag bekommen. Aber jetzt bin ich ohnehin gerade in Schwung, also zeige ich euch das Ergebnis auch gleich noch.

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Die Anleitung ist Trillian von Martina Behm. Wie alle Anleitungen, die ich bisher von ihr kenne, hat sich auch diese quasi von selbst gestrickt, das Muster der Spitzenkante hat man nach ein paar Reihen im Kopf, und das Garn hat durch seine besondere Beschaffenheit auch entscheidend dazu beigetragen, das Stricken voranzutreiben („diese Farbe noch zuende und dann hör ich auf … ach nein, jetzt kommt die Seide, die stricke ich auch noch … ürgs, jetzt kommt das Kratzige, das bringe ich eben hinter mich, dann muss ich morgen nicht damit anfangen …“). Dieses Jahr wird es wieder einen Faseradventskalender von Spinnert & Gewollt geben. Beziehungsweise mehrere: da der Ansturm so groß war, war der geballte Arbeitsaufwand zu Anfang Dezember fast nicht mehr zu bewältigen, so dass man sich entschieden hat, übers Jahr verschiedene Themen-Adventskalender anzubieten. Los geht’s im März mit dem Thema „Am Meer“. Den kann man jetzt schon bestellen und er wird ab Anfang März geliefert. Da ist dann knapp neun Monate Selbstdisziplin angesagt.

Januar

HexipuffsFür den Januar hatte ich mir vorgenommen, den Jeweled Cowl fertigzumachen. Eigentlich hatte ich mir zunächst vorgenommen, ihn „signifikant voranzubringen“ und die bestehende Reihenanzahl zu verdoppeln. Ich bin diesen Monat umgezogen und war nicht sicher, wie viel Zeit ich überhaupt zum stricken haben würde, außerdem wusste ich zwar noch, wann ich das Teil begonnen hatte, nicht aber, wie viele Stunden oder Tage ich schon hineingesteckt hatte. Die doppelte Reihenanzahl hatte ich bereits nach wenigen Tagen geschafft. Und nachdem ich hochgerechnet hatte, wie viele Stunden noch in etwa dran zu stricken sein würden und welchen Aufwand das auf den Tag heruntergebrochen bedeuten würde (etwa eine Dreiviertelstunde), dachte ich mir: nicht lang fackeln – fertigmachen! Und jetzt trocknet er gespannt auf der Moosgummimatte und ist da so unfotogen wie alle Strickstücke, die auf Moosgummimatten trocknen, deswegen habe ich heute leider noch kein Foto für euch.

Stattdessen zeige ich euch die Hexipuffs. Ich habe mich entschlossen, mit dem beekeepers quilt weiterzumachen. Als Resteprojekt hat er keine hohe Priorität, daher hatte ich beschlossen, an jedem Tag mit einer 6 im Datum Hexipuffs zu stricken. Für Januar war das Ziel einer pro Tag, also drei, geworden sind es fünf. Zukünftig sollen es zwei pro 6./16./26. werden.

Für den Februar habe ich mir das nächste UFO vorgenommen, 2013 begonnene Socken. Der erste Schaft ist etwa zur Hälfte fertig, ich weiß nicht mehr, welches andere tolle Projekt diesen Socken in die Quere gekommen ist. Dass ich sie nicht weitergestrickt habe lag daran, dass sie ein Geschenk hätten werden sollen und die vorgesehene Empfängerin sich als no longer knitworthy erwiesen hatte. Das passiert selten, aber es passiert. Ich finde die Farben allerdings auch toll, und auf ein Paar Socken mehr oder weniger kommt es dann auch nicht an. Außerdem stehen diesen Monat ein Schlüsselbrett mit Kreuzstichmuster und eine Küchengardine an. Letzteres keine große Kunst, sondern eine langweilige Schwarzbrot-Näharbeit, die Überwindung kostet. Ich werde eine vorhandene Gardine kürzen und mit Schlaufen versehen. Ersteres Neuland, zu dem lediglich eine vage Idee, ein Döschen voll Sticktwist und die Kreuzsticherfahrungen aus dem Handarbeitsunterricht in der fünften Klasse existieren. Ich bin gespannt, was dabei herauskommt.

Strickschriftinterpretationen im Wandel der Zeit

imageDas neue Jahresmotto „Erledigt ist besser als perfekt“ war keine zwei Tage im Dienst, da wurde es schon der ersten ernsthaften Belastungsprobe unterzogen.

Ich hatte mir das erste UFO aus der Area 51 gefischt, um es endlich fertig zu machen. Meine Wahl fiel auf den 2012 begonnenen Jeweled Cowl. Ruhig gleich klotzen, nicht kleckern. 2012 war ich bezogen auf Lacemuster noch sehr unerfahren. Und natürlich hatte ich das Muster nach vier Jahren nicht mehr im Kopf und musste vom Blatt stricken.

Ich kann beim besten Willen nicht mehr nachvollziehen, in welcher Weise ich die Strickschrift damals missverstanden habe, ich weiß nur, dass es jetzt richtig ist. Die Frage, mit der ich gestern den halben Tag gerungen habe – aufziehen und nochmal neu anfangen? Oder so lassen und drauf vertrauen, dass sich dieses erste Stück beim tragen sowieso einrollt und hinmauscheln lässt? – habe ich zugunsten der zweiten Variante im Sinne meines Mottos beantwortet. Und mir vernünftige Lace-Nadeln gegönnt. Wenn nicht jede der 250 Maschen im Übergang zwischen Holz und Metall hängenbleibt, macht’s gleich viel mehr Spaß.